JAVA Dokumentation

JAVA ist eine objektorientierte Programmiersprache.

Die Plattform-Unabhängigkeit von JAVA wird dadurch erreicht,
indem vom Java-Compiler javac einheitlicher Bytecode (class-Dateien) erzeugt wird.
Der Bytecode wird von der unter dem jeweiligen Betriebssystem installierten
Java Runtime Environment (JRE) ausgeführt.

Java Runtime Environment

Die Java Runtime Environment (JRE) ist die Laufzeitumgebung für die Java-Software,
mit der der Java-Bytecode im Web-Browser oder als Applikation gestartet werden kann.

Die JRE besteht aus der virtuellen Java-Maschine (JVM),
den Hauptklassen der Java-Plattform und den Java-Bibliotheken.
Wichtig:
Ab Version 52 des Browsers Mozilla Firefox und bei neueren Versionen vom Google Chrome
wird das Plug-In für Java nicht mehr unterstützt.
Aus Sicherheitsgründen sollte man die Runtime nur installieren,
wenn sie von einer Software benötigt wird und
dabei stets die aktuelle Version der Runtime verwenden.
Die Installation der aktuellen Version kann per automatischem Update erfolgen.

Die Laufzeitumgebung gibt es für verschiedene Betriebssysteme
MS Windows, Mac OS X, LINUX oder Solaris.
Zusätzlich wird bei den Versionen nach 32bit- oder 64bit-Architektur unterschieden.

Unter MS Windows richtet die Version nach der Architektur des Browsers.
Bei der 64bit-Version von MS Windows wird meist die 32bit-Version des Internet Explorers verwendet.
Dann ist die 32bit-Version der JRE die richtige Wahl.
Wird auch ein 64bit-Web-Browser verwendet,
muss zusätzlich die 64bit-Version der JRE installiert werden.

Der Empfehlung auf der Webseite java.com kann man Glauben schenken.

Ab MS Windows 8 ist für die Installation von Java und das Ausführen der Applets
der Desktop-Modus des Internet Explorers erforderlich.

Die installierte Version der JRE kann man sich (unter MS Windows im DOS-Fenster) anzeigen lassen:
java -version
Bei einem 64bit-MS Windows befindet sich die 32bit-Runtime von Java 8 versionsabhängig im Pfad:
C:\Program Files (x86)\Java\jre1.8.0_181\bin

Die 64bit-Runtime wird im Verzeichnis:
C:\Program Files\Java\jre1.8.0_181\bin
installiert.

Bei der Installation der JRE unter MS Windows wird in der Systemsteuerung der Eintrag Java angelegt.
Dieses JAVA Control Panel lässt sich auch mit javacpl.exe im bin-Pfad der Runtime starten.
Hier lassen sich Einstellungen der JRE wie die automatische Update-Funktion anpassen.
In der Registerkarte "Erweitert" im Abschnitt "Diverses" kann man auch die Anzeige des Java-Symbols
im Info-Bereich der Taskleiste unterbinden.
Empfehlenswert ist außerdem die Option:
Sponsorenangebote während der Installation oder Aktualisierung von Java unterdrücken
Dann wird nicht mehr angeboten, die Taskbar von Ask zu installieren.
Diese Änderungen sollte man nach jedem Update der JRE kontrollieren.

Die JRE wird in jedem Internet-Browser als Add-on geladen.
Im Fehlerfall sollte man im Browser kontrollieren,
dass die Add-ons "Java(tm) Plug-In" bzw. "Java(TM) Platform" auch aktiviert ist.

Außerdem muss im Browser bei den Sicherheitseinstellungen der Zone (Stufe anpassen)
das "Skripting von Java-Applets" aktiviert sein.

Wenn das Ausführen von Applets von der lokalen Festplatte mit der Fehlermeldung unterbunden wird:
Ihre Sicherheitseinstellungen haben die Ausführung einer lokalen Anwendung blockiert.
kann man bis inklusive der Java Version 7 in der Systemsteuerung unter Java in der
Registerkarte "Sicherheit" die Sicherheitsebene von "Hoch" auf "Mittel" setzen.
Wichtig:
Ab Java Version 8 gibt es die Sicherheitsebene "Mittel" in der Registerkarte "Sicherheit" nicht mehr.
Dann müssen die Webseiten mit Applets ohne gültiges Zertifikat in die Ausnahmeliste eingetragen werden.
Die Ausnahme für eine Domain muss mit der Angabe des Protokolls erfolgen (http:// oder https://).
https://www.uwelindner.de
Dann muss beim Aufruf von Applets eine Sicherheitswarnung bestätigt werden.
Das ist auch bei der Java Version 7 möglich.

Auf der Registerkarte "Sicherheit" muss "Java-Content im Browser aktivieren" eingeschaltet sein.
Man kann dann die Ausführung jedes Applets gestatten.

Bei korrekter Installation und Einbindung als Add-on in den Browser wird auf der folgenden Webseite
nach dem Erlauben des "Ausführens der nicht signierten Anwendung" in der Sicherheitswarnung
der Hersteller und die Version der Laufzeitumgebung angezeigt:

Auf den Rechnern der Anwender muss die Runtime mit mindestens der gleichen Generation installiert sein,
mit der die class-Dateien erzeugt wurden.

Java Development Kit

Das Java Development Kit (JDK) wird nur für Eigenentwicklungen benötigt.
Es enthält u.a. den Compiler javac.
Das JDK beinhaltet die Laufzeitumgebung JRE.

Für den direkten Aufruf des Compilersjavac unter MS Windows ist es notwendig,
die Path-Variable um den Pfad zum aktuellen JDK in dessen Unterverzeichnis \bin
C:\Program Files\Java\jdk1.8.0_181\bin
in der Systemsteuerung, System, Erweiterte Systemeinstellungen, Erweitert, Umgebungsvariablen
zu erweitern.
Bei einem 64bit-MS Windows befindet sich das 32bit-JDK im Pfad:
C:\Program Files (x86)\Java\jdk1.8.0_181\bin

Nach jedem Update des JDKs muss diese Variable von Hand angepasst werden.
Eventuell geöffnete DOS-Fenster müssen geschlossen werden,
damit die geänderte Path-Variable neu geladen wird.

Bei der Installation unter MS Windows bleiben die bisherigen Versionen des JDKs erhalten.
Sie können mittels Systemsteuerung deinstalliert werden.

Die installierte Version des JDKs kann man sich (unter MS Windows im DOS-Fenster) anzeigen lassen:
javac -version
Als Ergänzung zum JDK bietet sich die freie EntwicklungsumgebungECLIPSEan.
(siehe auch Dokumentation zu Eclipse)

und nun zur Praxis

Für jedes Projekt ist es sinnvoll, ein eigenes Unterverzeichnis anzulegen und
den Quelltext als *.java darin zu speichern.

Einzelne Projekt-Stände können z.B. gespeichert werden,
indem der Name dieses Unterverzeichnisses eine fortlaufende Nummer oder das Datum enthält.

Variante 1 - Applet

Quelltext für ein einfaches Applet:HalloWWW.java

// HalloWWW.java - Dies ist das erste AppletKommentar mit Dateiname und Beschreibung
 
public class HalloWWW extends java.applet.Applet  {// Definition von HalloWWW als Applet
 
public void paint(java.awt.Graphics gc) {// Aufruf der Paint-Methode
gc.drawString("Hallo World Wide Web!",100,100);// Ausgabe der Zeichenkette an Position
}// Ende der Paint-Methode
 
}// Ende des Applets
Bei Applets muss der Name der Klasse im Code (public class) dem der Class-Datei entsprechen.
Demzufolge sollte Quelltext ebenso heißen (Name der Klasse.java).
Dabei ist auch auf die richtige Groß- / Klein-Schreibung zu achten.

Das Kompilieren des Quelltextes muss (unter MS Windows im DOS-Fenster)
mit Angabe der Datei-Endung .java erfolgen:
javac HalloWWW.java
Ohne Angabe der Endung .java erhält man dabei die Fehler-Meldung:
error: Class names, 'HalloWWW', are only accepted if annotation processing is explicitly requested
1 error
Unter MS Windows braucht man bei der Eingabe des Befehls im DOS-Fenster
nicht auf die Groß- / Klein-Schreibung bei der Quelltext-Datei zu achten.

Bei erfolgreicher Kompilation wird in diesem Verzeichnis eine Class-Datei HalloWWW.class erzeugt.
Wichtig:
Nach der Korrektur eines Quelltextes und dem erneuten Kompilieren des Applets muss
der Browser komplett (mit allen Registerkarten) beendet und neu gestartet werden.
 
Im Browser die HTML-Seite zu aktualisieren oder neuzustarten,
ist nicht ausreichend,
damit das geänderte Applet richtig geladen wird.
Die Übertragung der Class-Datei auf einen Webserver mit FTP muss binär erfolgen.

Für das Laden von Applets über das Internet müssen evtl. Einstellungen in der Firewall angepasst werden.

Starten des Applets aus einer HTML-Datei

<!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01 Transitional//EN"
"http://www.w3.org/TR/html4/loose.dtd">
<HTML>
<HEAD>
<META HTTP-EQUIV="Content-Type" content="text/html; charset=iso-8859-1">
<TITLE>Hallo WWW</TITLE>
</HEAD>
 
<BODY>
 
<H1>Beispiel der Dokumentation</H1>
 
<APPLET code="HalloWWW.class" width="350" height="200">
<BR>
Bitte aktivieren Sie JAVA in Ihrem Browser!
<BR>
</APPLET>
 
</BODY>
</HTML>
Die MeldungBitte aktivieren Sie JAVA in Ihrem Browser! erscheint nur,
wenn das Applet nicht dargestellt werden kann,
weil z.B. die Java Runtime nicht installiert oder im Browser deaktiviert ist.

Ein Applet kann alternativ zu einem Browser auch (unter MS Windows im DOS-Fenster) mit dem
Applet-Viewer gestartet werden:
appletviewer HalloWWW.htm
Der Applet-Viewer zeigt allerdings nur das Applet an.
Die sonstigen HTML-Tags und damit die weiteren Inhalte der Webseite werden dabei ignoriert.

Es wird allgemein empfohlen,
das Applet nicht mehr aus dem Applet-Tag zu starten,
sondern ein Object-Tag zu verwenden.
Bisher wird die Verwendung von Applets im Object-Tag
von den Internet-Browsern unterschiedlich unterstützt.

Variante 2 - Programm

Quelltext für ein einfaches Programm:CHalloWelt.java

// CHalloWelt.java - Dies ist das erste ProgrammKommentar mit Dateiname und Beschreibung
 
public class CHalloWelt  {// Definition von CHalloWelt als Applikation
 
public static void main (String[] args) { // Programm-Start: Main-Prozedur
System.out.println("Hallo Welt!"); // Ausgabe der Zeichenkette am Prompt
}// Ende der Main-Prozedur
 
}// Ende des Programms
Das Kompilieren des Quelltextes erfolgt (unter MS Windows im DOS-Fenster) mit der Datei-Endung .java:
javac CHalloWelt.java
Bei erfolgreicher Kompilation wird in diesem Verzeichnis eine Class-DateiCHalloWelt.classerzeugt.

Dieses Programm kann man (unter MS Windows im DOS-Fenster) mit Hilfe der Laufzeitumgebung (JRE)
ausführen (ohne Eingabe der Datei-Endung .class !):
java CHalloWelt
Bei Angabe der Endung .class erhält man die Fehler-Meldung:
Fehler: Hauptklasse CHalloWelt.class konnte nicht gefunden oder geladen werden

Anzeige der aktuellen Position des Cursors
in der Status-Leiste vom Editor Notepad

Der Compiler gibt bei Fehlern auch die Zeilennummer mit aus.

Durch den folgenden Registry-Eintrag wird beim derzeit angemeldeten Benutzer
zukünftig in der Status-Leiste vom Notepad unten rechts
die aktuelle Zeilen- und Spaltennummer des Cursors angezeigt.

regedit:

HKEY_CURRENT_USER\SOFTWARE\Microsoft\Notepad
linkes FensterNotepad markieren
 Bearbeiten
 Neu
 DWORD-Wert (32-Bit)
 
 StatusBar
 
rechtes FensterStatusBar markieren
 Bearbeiten
 Ändern
 
 1 (hexadezimal)

Eingabeaufforderung im Explorer

Der folgende Registry-Eintrag erweitert das Kontext-Menü des Explorers
mit dem zusätzlichen Eintrag: Eingabeaufforderung.

regedit:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Classes\Folder\shell
linkes Fenstershell markieren
 Bearbeiten
 Neu
 Schlüssel
 
 Command Prompt
 
rechtes FensterStandard markieren
 Bearbeiten
 Ändern
 
 Eingabeaufforderung
 
linkes FensterCommand Prompt markieren
 Bearbeiten
 Neu
 Schlüssel
 
 Command
 
rechtes FensterStandard markieren
 Bearbeiten
 Ändern
 
 cmd.exe /k pushd %L
Bei einem Klick mit der rechten Maustaste auf das Verzeichnis mit dem Quelltext (*.java) und
der Auswahl des MenüpunktesEingabeaufforderung
öffnet sich ein DOS-Fenster mit dem Prompt in diesem Pfad.

Am Prompt im Pfad mit dem Quelltext kann jetzt dieser mitjavac *.javakompiliert werden.

Viel Erfolg !!!

Seit Windows 7 erhält man im Explorer auch ohne diesen Eingriff in die Registry
ein DOS-Fenster mit dem Prompt im richtigen Pfad.

Dazu muss man im Explorer mit gedrückter <Shift>-Taste mit der rechten Maustaste
auf das gewünschte Verzeichnis klicken und
den MenüpunktEingabeaufforderung hier öffnenauswählen.

Mit der <F7>-Taste werden die letzten eingegebenen Befehle angezeigt (doskey).